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Objekt: Kultur und Dienstleistungskomplex „Brügger Mühle“, Erkrath
Bauherr/Investor: Hasso von Blücher, Blücher Gruppe Planung: CommonConsult/PBS & Partner, Erkrath Baujahr: 2005-2008 Wärmequelle: Regenwasser/Grundwasser Wärmepumpe: 2 x Typ DS 5136.3 Betrieb: Heizen, passiv Kühlen, aktiv Kühlen |
Nahe Düsseldorf, im romantischen Neandertal, durch dessen sanftes Gefälle sich die Düssel windet, buddelten 1856 italienische Steinbrucharbeiter 16 Knochenfragmente und einen Schädel aus. Bonner Wissenschaftler ergänzten diese Funde mit weiteren anatomischen Ausgrabungen zum Homo neanderthalensis. Der Neandertaler machte die Auenlandschaft weltberühmt. Etwas störte allerdings in der Vergangenheit die Idylle, eine Industriebrache im Tal mit bröckelnder alter Papierfabrik im Zentrum. Doch wandelte sich die in den letzten Jahren baulich, technisch und landschaftlich unter behutsamer Einbindung der historischen Substanz zu einem modernen Kultur-, Kunst-, Wohn- und Dienstleistungszentrum. 5500 m2 beträgt heute die Gesamtgeschossfläche. Mäzen: Hasso von Blücher, Nachfahre des legendären Feldmarschalls zu Zeiten der Napoleonischen Kriege.
Pro Wärmepumpe: Neandertal – Umwelttechnik trifft Natur. Ökologische Gesichtspunkte mussten bei der Neugestaltung zwangsläufig eine große Rolle spielen. Dieser Pflicht kommt die Wärmepumpen-Kaskade nach. Ihre Energiequelle: die Zisternen der damaligen Papierfabrik. In denen lagerte in Vorzeit solange das Zwischenprodukt Zellstoff, bis es zu Brei aufgeweicht war. Im Projekt „Brügger Mühle“ nun weisen die Baumeister den Becken die Aufgabe eines Energiespeichers zu.
Sie bedienen die Kaskade, bestehend aus zwei Maschinen des Typs DS 5136.3, mit dem von Dächern und Parkplätzen gesammelten Regenwasser. Selbstverständlich berücksichtigt die Versorgungstechnik auch eine längere Trockenperiode. Ersatzweise füllen Grundwasser-Pumpen aus 32 Meter tiefen Brunnen das Reservoir auf.
Ein Hohlboden zum Heizen, Kühlen und Lüften ist in den Räumen installiert (Fabrikat ‚Siegmund’). Dieser Typus nimmt die Heiz- und die Kühlrohre auf wie auch die Verkabelung. Des Weiteren lenkt er durch Kanäle die im Boden vorgewärmte Zuluft zu den Räumen. Über Schlitzauslässe unterhalb der Fenster quillt sie in die Büros und Wohnungen. Diese Belüftungsarchitektur verspricht im Verbund mit einer Fußbodenheizung nach Untersuchungen an den Universitäten Kopenhagen und Dresden höchsten thermischen Komfort. 
Besonderheit: Die gesamte Steuerung und Regelung realisierte die Abteilung Prozessleittechnik der WATERKOTTE GmbH. Sie vernetzte die Zisternen, die Brunnenpumpen, die Umschaltventile sowie die Heizungs-, Klima- und Lüftungsregelung des Gesamtgebäudes. Die Brunnen- und Zisternenpumpen übernehmen auch den Hochwasserschutz auf dem Grundstück. Die Ingenieure richteten zur Fernkontrolle und -parametrierung im Hause des Planers PBS + Partner einen Server ein, der über Modems mit den Sensoren und Aktoren der Anlage kommuniziert, regelmäßig die Betriebszustände erfasst und den Technikern die zur Betriebsoptimierung entscheidenden Daten liefert. So analysiert die EDV aus den Messungen der Außen- und der Innentemperaturen, der Zu- und der Abluft, des Speicher- und des Grundwassers die aktuelle Situation die Regelungsstrategie.
Ein Blick auf die Amortisationszeiten. Gegenüber einer herkömmlichen Beheizung mit beispielsweise einem Brennwert-Gaskessel und einer Klimatechnik mit klassischer Kältemaschine amortisiert sich die Wärmepumpentechnik nach Kostenkalkulation auf Basis der maßgebenden VDI-Richtlinie auf Grund der Energieeinsparungen nach sieben Jahren.
Ihr Ansprechpartner für Grossanlagen bei Metternich-Haustechnik: Frank Euteneuer (Geschäftsführer) Tel. (02292) 93199-0
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Bildquelle: Waterkotte
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