Kreisarchiv Viersen

Im Januar 2020 erfolgte der Spatenstich für den Neubau des Kreisarchivs Viersen im Stadtteil Dülken. Auf insgesamt 3.700 m² werden dort künftig Exponate für Besucher ausgestellt und Archivalien bei konstanten 18 °C und 40 Prozent Luftfeuchtigkeit sicher aufbewahrt. Architektonisch greift das Gebäude durch seinen zentralen, fensterlosen Kubus im Ziegelbau die im Niederrheinischen üblichen Wehrspeicher des Mittelalters auf – die sogenannten „Berfes“. Den Kubus umgeben Arbeits-, Lese- und Besuchersäle mit großzügigen Verglasungen. Zusätzlich entstehen Flächen für Büros und Restaurierungswerkstätten. Der Werkstattbereich ist einsehbar, sodass Passanten einen Eindruck von der Arbeit eines Archivars gewinnen können. Oberhalb dieser Räume erfolgt auf den Dachflächen eine Begrünung. Das gesamte Gebäude wurde vollständig und durchgehend digital geplant.

Zielsetzung für den Neubau war ein möglichst hohes Maß an Ressourcenschonung, indem auf das Prinzip der zirkulären Wertschöpfung zurückgegriffen wird. Hiermit beweist die Stadt Viersen ein Höchstmaß an ökologischer und ökonomischer Verantwortung, weshalb dieses Projekt zu Recht als ein Leuchtturm für nachhaltiges Bauen bezeichnet werden kann. Diese Zielsetzung unterstützen wir mit dem Verbau modernster Gebäudetechnik. Neben einer 110 kW Sole-Wärmepumpe wird ein Eis-Energiespeicher mit 9 Metern Durchmesser und 4 Metern Innenhöhe (~ 250.000 Liter Fassungsvermögen) verbaut. Auf den nicht begrünten Dachflächen des Kubus wird ein 380 m² großes Kraftdach als Regenerationsfläche entstehen. Dieses bietet auf einer Dachfläche Luft-Absorberflächen als auch Photovoltaikmodule, um sowohl thermische als auch elektrische Energie unserer Technik zuzuführen. Zusätzlich werden rund 65 m² Fläche durch ein Charger-System genutzt, welches auf kompakten Bauraum ein hohes Maß an thermischer Energie der Umgebungsluft entziehen kann.

Charger-System

Kraftdach, thermischer Luft-Absorber

Kraftdach, Photovoltaikmodule

Durch diese Technik konnte der zulässige Primärenergiebedarf um circa die Hälfte unterschritten werden. Ein intelligentes Energiequellenmanagement mit Monitoring-Funktion rundet das Gesamttechnikpaket ab. Bis Mitte 2021 ist mit der Fertigstellung des Projektes zu rechnen – der Bezug mit allen Archivalien und Mitarbeitern erfolgt voraussichtlich ab Anfang 2022.

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